Rockefeller-Aktion: Sind Kunstwerke noch adäquat versichert?

14.05.2018 – Die Kunstsammlung des verstorbenen US-Milliardärs David Rockefeller und seiner Frau Peggy ist mit einem Erlös von 830 Mio. US-Dollar (697 Mio. Euro) die bisher teuerste versteigerte Privatkollektion. Diese Summe kam inklusive Käuferprämie insgesamt über mehrere Tage beim Auktionshaus Christie”s in New York zusammen. Eine Transaktion dieser Ausmaße hat große Auswirkungen auf die Assekuranz, nicht nur auf die Kunstversicherer.

John D. Rockefeller (1839-1937), Gründer der später von den US-Kartellbehörden zerschlagenen Standard Oil war einst der reichste US-Amerikaner gewesen. Mit 101 Jahren hatte sein Enkel David Rockefeller (1915-2017, u.a. über eine Dekade CEO der Chase Manhattan Bank, daneben Mäzen und Sammler) das Zeitliche gesegnet. Sein Vermögen wurde noch auf 2,9 Mrd. Dollar geschätzt. Die Verwertung der von ihm und seiner Frau Peggy zusammengetragenen Sammlung an Kunst und collectibles übertrugen die Erben dem Auktionshaus Christie’s, welches wohl attraktivere Bedingungen geboten hatte als der gleichrangige Konkurrent Sotheby’s.

Die 893 Objekte (plus 671 weitere weniger wertvolle, die online unter den Hammer kommen sollen) brachten schließlich 830 Mio. US-Dollar, gerechnet einschließlich des Aufgelds des Auktionshauses. Bislang teuerste realisierte Sammlung war die des Pariser Couturiers Yves St. Laurent, die 2009 bei Christie’s 484 Mio. Dollar eingespielt hatte. Jedoch hatte im November 2017 ein Einzelwerk, Leonardo da Vinci’s Salvator Mundi mit der schillernden Provenienz Yves Bouvier / Dmitry Rybolovev ebenfalls bei Christie‘s 450 Mio. Dollar erzielt. Jedes derartige Rekordergebnis in Auktionen führt zur Frage, ob vergleichbare Werke noch adäquat versichert sind.

Die Rockefeller-Sammlung entspricht der typischen Ausrichtung des Geldadels der 1970er und 1980er: Werke der klassischen Moderne, daneben auch Silber und Porzellane früherer Jahrhunderte. Was sich trendige Neureiche unserer Ära zulegen (etwas Werke von Jeff Koons) dürfte sich anlässlich des Versuchs der Realisierung in einigen Dekaden als weniger wertbeständig erweisen.

 

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