Vertriebe verzweifeln: Unwetter nehmen zu, aber die Kunden wollen sich nicht dagegen versichern

14.05.2018 – Wieder wüteten Stürme in Teilen Deutschlands. Ohne Frage, die Zahl schwerer Naturereignisse nimmt zu. Dennoch leisten sich die Besitzer von elf Millionen Wohngebäuden  (von insgesamt 17,5 Millionen) den “Luxus”, ihr Hab und Gut unversichert zu lassen. Obwohl laut GDV fast 99 Prozent davon “problemlos gegen Überschwemmungen und Starkregen” versicherbar seien. Vertriebe müssen also weiterhin viel Überzeugungsarbeit bei Kunden leisten.

Rund 40 Prozent schützen ihre vier Wände mit einer Naturgefahrenversicherung. Das sind zwar doppelt so viele Häuser wie noch vor 15 Jahren, wie der GDV ausgerechnet hat. Dennoch ist mehr als die Hälfte der 17, Millionen Wohngebäude in Deutschland unversichert. “Immer, wenn ein Unwetter oder ein Hochwasser für Schlagzeilen sorgt, steigt für kurze Zeit die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für das Thema Naturgefahren”, sagt Steffen Fries, Experte der Axa Versicherung, beobachtet. “Dann schließen auch etwas mehr Leute eine Versicherung ab. Aber insgesamt geht es nur sehr mühsam bergauf.”

Mit 42 Prozent Anbündelung liegt Axa leicht über dem Durchschnitt. Für den Vertrieb sei es eine wichtige, aber schwierige Aufgabe, die Hausbesitzer auf das Risiko aufmerksam zu machen. Zu oft müssen sie sich anhören, dass man den Naturgefahrenschutz nicht brauche. Zu dieser Erkenntnis kam auch das Marktforschungsunternehmen GfK, das im Auftrag des GDV in einer repräsentativen Umfrage ermittelte, dass sich nur zwölf Prozent der Hausbesitzer von Starkregen und Überschwemmungen bedroht fühlen.

Opting-Out-Modelle begrenzen Haftung

Im Vergleich dazu glauben 90 Prozent, dass Feuer eine große Gefahr für ihre Immobilie darstellt. Besonders fatal ist die Tatsache, dass 93 Prozent der Befragten glauben, vor Naturgefahren mit der Wohngebäudeversicherung geschützt zu sein, obwohl das oftmals nicht stimmt. Denn dort sind nur Sturm und Hagel eingeschlossen, andere Naturgefahren wie Starkregen und Hochwasser aber meist nicht. Um die Versicherungsdichte zu erhöhen, bieten rund 130 Versicherer in der Wohngebäude- und der Hausratversicherungen den Baustein Naturgefahrenversicherung an. In den meisten Fällen – wie auch bei Axa – als opt-outModell, bei dem sich die Kunden aktiv gegen den Baustein entscheiden müssen.

 

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